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    Einblicke in das neue Welterbe-Besucherzentrum

    Stadtrundgang des Architektur Treffs führte zu den Unteren Mühlen

    17.07.2018

    Einblicke in das neue Welterbe-Besucherzentrum

     

    Im Rahmen der Stadtrundgangsreihe „Vom Bamberger Modell zum UNESCO-Welterbe. 25 Jahre Planen und Wohnen im Welterbe Bamberg“ fand am Samstag, 14. Juli, eine Führung zum zukünftigen Besucherzentrum des Zentrums Welterbe Bamberg statt. Über 50 Besucher erhielten an der Baustelle an den Unteren Mühlen von Welterbemanagerin Patricia Alberth und dem Architekten Heinz Rosenberg Auskünfte aus erster Hand.

    Anhand historischer Bilder und Pläne spannte Patricia Alberth einen Bogen von der historischen Situation im 17. Jahrhundert, über die beinahe Total-Zerstörung der alten Sterzermühle während des Zweiten Weltkrieges bis hin zur aktuellen Neubebauung. Sie betonte den Stellenwert für die Stadtbevölkerung und die Touristen, die mit dem Besucherzentrum eine neue zentrale Anlaufstelle bekommen werden.

    Das Welterbe-Besucherzentrum soll die Besonderheiten des Welterbes „Altstadt von Bamberg“ vermitteln und es in den internationalen UNESCO-Kontext einbetten. So entsteht im Herzen der Altstadt von Bamberg erstmals ein Ort, der den außergewöhnlichen universellen Wert Bambergs kommuniziert und als „Lesehilfe“ für das Welterbe dient. Damit wird das Besucherzentrum kein klassisches Museum mit einer in die Tiefe gehenden Sammlung ersetzen, sondern darauf abzielen, das Interesse für die kulturellen Facetten der Stadt Bamberg und ihre historischen und geographischen Parameter zu wecken. Es soll Einheimische und Besucher für die Eigenheiten des Ortes sensibilisieren und gezielt an andere Häuser für tiefergehende Informationen verweisen. Auf der in Richtung des Alten Rathauses liegenden Terrasse wird währenddessen ein gastronomisches Angebot zum Verweilen und Genießen einladen.

    Die besondere Baustelle im Wasser bedeutete für den Architekten lange Vorbereitungsarbeiten, wurden doch zunächst die rund 1000 Holzpfähle, die einst die Sterzermühle und deren Vorgängerbauten trugen,  von Archäologen vermessen und dokumentiert. Bis diese entfernt, die alten Spundwände gezogen waren und die zahlreichen neuen Spunddielen das Baufeld umschlossen, brauchte es seine Zeit. Für die Gründung des Neubaus mussten in aller Beengtheit circa 140 Stabverpresspfähle eingesetzt werden. Eine weitere Herausforderung stellte der Einbau der 15 Tonnen schweren Turbine für das hausinterne Wasserkraftwerk dar. Sie wurde mithilfe eines Krans in drei Teilen über die angrenzende Bebauung gehoben. Da das Besucherzentrum nur wenig der von der Turbine erzeugten Energie verbrauchen wird, kann ein Großteil in das städtische Stromnetz eingespeist werden. Diese Möglichkeit zur Querfinanzierung war für den Investor und Bauherrn zur Realisierung des Projekts ausschlaggebend.

    Das noch im Sommer 2018 anstehende Richtfest markiert ein weiteres wichtiges Etappenziel. Inzwischen hat der (wie auch sein Vorgänger) über L-förmigen Grundriss stehende Satteldachbau Gestalt angenommen. Durch zeitgenössische Formensprache soll sich das Gebäude bewusst von seiner historischen Umgebung abheben. Den Vorgaben entsprechend integriert er am Haupteingang die gesicherten Fassadenreste der alten Sterzermühle. Um einen zusätzlichen historischen Bezug herzustellen, wird auch der modernen Fassade Sandstein vorgeblendet. Das Dach soll – entgegen des ursprünglichen Entwurfs - nicht mit Schieferplatten, sondern mit Geradschnittbibern gedeckt werden.

    Bei all den Zahlen und Fakten blieb schließlich nur noch die Frage, wann das Besucherzentrum nun eröffnet werde: Am 29. April 2019 ist es soweit!

     

    Foto: Architektur Treff Bamberg

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