Internationales

    Welterbe heißt Völkerverständigung

    Internationales

    Die Welterbekonvention ist vorrangig ein Instrument der Völkerverständigung und der internationalen Zusammenarbeit. Vor diesem Hintergrund engagiert sich Bamberg in zahlreichen internationalen Netzwerken. Ziel des Austausches ist es, sich über die Herausforderungen mit dem Umgang und sowie über die Chancen des Welterbetitels zu informieren, Kontakte zu knüpfen und die eigene Expertise mit anderen zu teilen.

    raute-grau-big.png

    ICOMOS

    Die Abkürzung ICOMOS steht für „International Council on Monuments and Sites“ (Internationaler Rat für Denkmalpflege). Die nichtstaatliche Organisation hat ihren Hauptsitz in Paris, Frankreich und nimmt beratende Aufgaben gemäß der Welterbekonvention von 1972 wahr. Dafür bestehen Nationalkomitees in mehr als 120 Ländern (auch in Deutschland) und 25 internationale wissenschaftliche Komitees. ICOMOS setzt sich weltweit für den Schutz und die Erhaltung von Denkmälern und historischen Weltkulturerbestätten ein.

    ICCROM

    Das ICCROM ist eine zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Rom, die 1956 im Rahmen der UNESCO gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, den Schutz und die Erhaltung von Kulturerbe weltweit zu fördern und die Mitgliedstaaten dabei fachlich zu unterstützen.

    Im Kontext des UNESCO-Welterbes übernimmt ICCROM eine wichtige beratende Funktion. Als offizielles Beratungsgremium unterstützt die Organisation Staaten bei der Erhaltung und dem Management von Welterbestätten, etwa durch Fachwissen, Trainingsprogramme und internationale Kooperationen.

    Zu den zentralen Aufgaben gehören Forschung, Ausbildung von Fachkräften, Wissensvermittlung sowie die Förderung des internationalen Austauschs im Bereich Denkmalpflege und Restaurierung. Damit leistet ICCROM einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Sicherung des kulturellen Erbes und zur Stärkung nachhaltiger Entwicklungsprozesse weltweit.

     
     
     
    raute-internationales.png

    OWHC

    Die Organisation der Welterbe-Städte (Organization of World Heritage Cities, OWHC) wurde am 8. September 1993 in Fez, Marokko, gegründet. Ziele des Städtenetzwerks sind neben der Umsetzung des „Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ (UNESCO-Welterbekonvention) auch die Förderung der Zusammenarbeit von Welterbe-Städten, insbesondere der Austausch von Informationen und Fachwissen.

    Derzeit sind 324 Städte aus fünf Kontinenten Mitglied der OWHC. Das Netzwerk hat seine Zentrale in Quebec, Kanada.

    Weitere Informationen zur OWHC gibt es im Internet unter www.ovpm.org.

    Fachlicher Austausch und internationale Zusammenarbeit

    Der kontinuierliche fachliche Austausch auf nationaler und internationaler Ebene ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit des Zentrums Welterbe Bamberg. Durch die Teilnahme an Konferenzen, Workshops, Trainingskursen und internationalen Fachveranstaltungen werden Erfahrungen geteilt, neue Impulse aufgenommen und Netzwerke gestärkt. Diese Vernetzung trägt dazu bei, aktuelle Herausforderungen des Welterbe-Managements - insbesonder im Kontext von Nachhaltigkeit, Klimawandel und Stadtentwicklung - gemeinsam zu bearbeiten und innovative Lösungsansätze weiterzuentwickeln. 

    Internationaler Trainingskurs in Urbino, Italien

    Das Zentrum Welterbe Bamberg nahm in September 2025 am internationalen Trainingskurs "Integrated Territorial & Urban Conservation (ITUC): Managing Urban Heritage for Sustainable Development" teil. Auf Einladung von ICCROM - Einem der drei beratenden Gremien des UNESCO-Welterbekomitees - stellte Dr. Simona von Eyb Ansätze des Welterbe-Managements in Bamberg vor, die erneut als Best-Practice-Beispiel gewürdigt wurden. Die im Austausch mit internationalen Fachleuten gewonnen Erkenntnisse fließen in die Fortschreibung des managementplans ein, insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und integrierte Stadtplanung. 
    553742067_18090409828838526_4628702266643829505_n.jpg
    550742893_18088955542838526_3352374237596678967_n.jpg

    Workshop "Welterbe & Nachhaltigkeit" in Amsterdam, Niederlande

    Im September 2025 nahm das Zentrum Welterbe Bamberg auf Einladung der Stadt Amsterdam an dem internationalen Workhsop "Welterbe und Nachhaltigkeit" teil. Welterbe-Manager aus zahlreichen UNESCO-Welterbestädten tauschten sich über die Herausforderungen aus, nachhaltige Stadtentwicklung mit dem Schutz des Welterbes in Einklang zu bringen. Im Mittelpunkt standen Fragen zum Umgang mit erneuerbaren Energien und Klimaschutzmaßnahmen im historischen kontext. Dr. Simona von Eyb stellte die Managementansätze in bamberg sowie konkrete Praxiserfahrungen vor. Die Diskussionen verdeutlichen, dass nachhaltige Transformation im Welterbekontext vor allem durch interdisziplinären Austausch und international Netzwerke gelingt. 

    Interreg

    „PopUpUrbanSpaces“

    Auf Initiative der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union hin dienen Interreg-Projekte seit über 30 Jahren der transnationalen Zusammenarbeit europäischer Regionen und Städte. Inhaltlich steht der Alltag der Bevölkerung im Fokus: von Energie und Klima über Verkehr bis hin zu Sozialem. Das Zentrum Welterbe vertritt die Stadt Bamberg im Urbanistik-Projekt „PopUpUrbanSpaces“, um sich im Zeitraum von 2023 bis 2026 Alternativen zur autoorientierten Mobilität und einer lebenswerten, grünen Gestaltung des öffentlichen Raums zu widmen. Beteiligt sind neben dem deutschen Bamberg Partner aus Italien, Kroatien, Österreich, Polen, Slowenien und Ungarn, so dass ein Wissens- und Erfahrungsaustausch generiert werden kann. Das Projekt wird durch das Interreg-Programm „CENTRAL EUROPE“ unterstützt und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bezuschusst.

     

    Projekt-Facebook | Projekt-Website 

    Projekt-Titel: Facilitating Shift Towards Active Forms of Mobility by Changing the Attitude and Travel Behaviour of Residents Through the Use of Green, Low-cost Tactical Urbanism and Placemaking Solutions

    logo_interreg.png

    Internationaler Besuch aus Kuwait

    Im Mai 2025 empfing das Zentrum Welterbe bamberg eine Delegation des kuwaitischen Kultusministeriums, begeleitet vom Geschäftsführer Wolfgang Frey sowie weiteren Vertretern der Firma "Pro Denkmal", einem führenden Unternehmen im Bereich Denkmalpflege und Restaurierungsplanung. Im Rahmen einer Führung durch das Welterbe-Besuchszentrum fand ein intensiver Austausch zu Fragen des Denkmalschutzes, der internationalen Zusammenarbeit und des Umangs mit historischen Stadtstrukturen statt. Der Besuch unterstrich das wachsende internationale Interesse an den Strategien und Methoden des Bamberger Welterbe-Managements. 
    img_4865_klein.jpg

    Workshop "Integrierte Management-Planung" in Notodden, Norwegen

    Im April 2025 nahm das Zentrum Welterbe Bamberg an dem internationalen Workshop "Urban Heritage for Sustainable Development" in Notodden, Norwegen teil. Aufbauend auf Treffen in Bamberg und Urbino (2024) stand die stärkere Verknüpfung von nachhaltigem Welterbe-Management mit Klimarisiken und Katastrophenvorsorge im Fokus. Fachleute aus Welterbe-Management, Stadtverwaltung und Forschung diskutierten integrierte Ansätze für die Berücksichtigung von Klimarisiken in Planungsprozessen sowie eine engere Abstimmung von Stadtplanung, Klimaschutz und Welterbe-Management. Der Workshop bot Raum für interaktive Arbeitsformate und die Entwicklung sektorübergreifender Strategien. 

    Bamberg bei der 46. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Neu-Delhi vertreten

    Das wichtigste Welterbe-Ereignis des Jahres ist die Tagung des UNESCO-Welterbekomitees. Das UNESCO-Welterbekomitee ist ein zwischenstaatliches Gremium, das für die Umsetzung der UNESCO-Welterbekonvention zuständig ist. Zu seinen Aufgaben gehören Berichterstattung über den Erhaltungszustand der eingeschriebenen Welterbestätten, Lösungsfindung für das gefährdete Welterbe und Neueinschreibungen in die UNESCO-Welterbeliste. Im Juli 2024 fand die 46. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees und das 6. Welterbemanager-Forum in Neu-Delhi, Indien, statt. Bamberg wurde von Frau Dr. Simona von Eyb, Leiterin des Zentrums Welterbe, als einzige deutsche Welterbestätte vertreten. 

    Die Relevanz der Welterbestätten für die internationale Gemeinschaft wurde in der Begrüßu8ng des indischen Premierministers, Herr Narendra Modi, und der UNESCO-Generaldirektorin, Frau Audrey Azouley, hervorgehoben. Das Welterbemanager-Forum ermöglichte merh als 80 Teilnehmenden aus aller Welt, sich über die aktuellen Herausforderungen und innovativen Ansätze im Welterbemanagement auszutauschen. Im diesjährigen Fokus stand das Thema "Welterbe und lokale Gemeinschaften - nachhaltiges Management der Welterbestättena". Zu den wichtigsten Aspekten, die diskutiert wurden, gehörten die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften und die stärkere Beteiligung junger Menschen, die Rolle des Welterbes für nachhaltige Entwicklung, oder Welterbeverträglichkeitsprüfungen und Katastrophenrisikomanagement. 
    whsmf---plenarsaal2-ministry-of-culture-government-of-india.jpg
    whsmf---plenarsaal4-ministry-of-culture-government-of-india.jpg

    Zum Abschluss des Forums verabschiedeten die teilnehmeenden Welterbemanager eine gemeinsame Erklärung, die anschließend auf der Vollversammlung des UNESCO-Welterbekomitees vorgetragen wurde. Die Erklärung betonte die immer komplexter werdende Rolle der Welterbemanager und vor allem die Notwendigkeit der Bereitstellung angemessener Ressourcen auf lokalen Ebenen, um die Bewahrung des Welterbes langfristig sichern zu können. Die Stadt Bamberg konnte ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in diesen internationalen Fachdiskussionen einbringen und wertvolle Impulse für die eingene Arbeit mitnehmen. 

    Declaration of the 6th World Heritage Site Managers´Forum

    Internationaler Workshop "Managing Urban Heritage for Sustainable Development in World Heritage Context" zusammen mit ICCROM

    Das Zentrum Welterbe Bamberg engagiert sich aktiv in der internationalen Zusammenarbeit, um den Schutz und die nachhaltige Entwicklung von Welterbestätten weltweit zu stärken. Der Austausch mit internationalen Fachleuten, Institutionen und Netzwerken ermöglicht es, Best Practices zu teilen, innovative Lösungsansätze zu entwickeln und globale Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Diese aktive Mitarbeit in Netzwerken stärkt nicht nur die Position Bambergs in der internationalen Welterbegemeinschaft, sondern trägt auch dazu bei, wertvolle Impulse für die lokale Arbeit in der Stadt zu gewinnen. 
    aimg_6945.jpg
    proceedings-of-bamberg-workshop-on-urban-heritage-management_page-0001.jpg

    Gemeinsam mit ICCROM (Internationele Studienzentrale für die Erhaltung und Restaurierung von Kulturgut), einer er beratenden Gremien de UNESCO-Welterbekomitees, veranstaltete das Zentrum Welterbe Bamberg am 9. und 10. Juli den internationalen Workshop "Managing Urban Heritage for Sustainable Development in World Heritage Context". 

    Ziel war es, die konkreten Bedürfnisse des Managements im städtischen Kontext zu identifizieren und einen Rahmenplan für die Hauptarbeitsfelder eines integrativen Managements zu entwickeln. Der Workshop brachte Expert:innen aus Welterbestätten wie Urbino (Italien), Brügge (Belgien), Rjukan (Norwegen), Bath (Großbritannien), Regensburg (Deutschland), sowie Forschende udn Vertreter:innen des Auswärtigen Amtes und der lokalen Planungsbehörden zusammen. Die Ergebnisse des Workshops fließen direkt in die Überarbeitung des Managementplans für das UNESCO-Welterbe Bamberg ein. Dies unterstreicht die Bedeutung Bambergs als europäisches Kompetenzzentrum für den Austausch über nachhaltige Stadtentwicklung im Welterbekontext. Die Veranstaltung stärkte zudme die internationale Vernetzung und Positionierung Bambergs.

    OWHC-Workshop "World Heritage in Young Hands"

    Für die Entwicklung neuer Ansätze udn um jüngere Generationen stärker in die Bewahrung und nachhaltige Entwicklung von UNESCO-Welterbestätten mit einzubeziehen, fand vom 18. bis 20. März in Berlin der Workshop "World Heritage in Young Hands - Developing New Programs for Young People" statt. Organisiert wurde dieser von der Organisation der Welterbestädte (OWHC) mit Unterstützung der Beliner Landesdenkmalpflege. Ziel war die Entwicklung neuer Ansätze zur Einbindung junger Menschen in den Schutz und die nachhaltige Entwicklung von Welterbestätten. 

    Schülerinnen und Schüler aus UNESCO-Projektschulen betonten ihr Interesse an interaktiven, unterhaltsamen und audiovisuellen Formaten, insbesondere kurzen Videos, Social Media-Inhalten und gamifizierten Erlebnissen, während klassische Führungen wenig Anklang fanden. Im Workshop wurdne neue Kommunikationsstrategien wie Social Media-Kampagnen und Storytelling-Programme thematisiert. Das Zentrum Welterbe Bamberg wurde von Frau Tamara Winkhardt-Möglich vertreten. 
    owhc_berlin_moni-21.jpg

    Stärkung der internationalen Sichtbarkeit

    Die internationale Wahrnehmung der Welterbestadt Bamberg konnte 2025 weiter gestärkt werden. Die Präsentation des Welterbe-Besuchszentrums auf der Architektur-Biennale in Venedig, Beiträge in internationalen Medien, Fachvorträge und Einladungen zu internationalen Fachveranstaltungen bestätigten die Anerkennung des Zentrums Welterbe Bamberg. 

    Welterbe-Besuchszentrum auf der Architektur-Biennale in Venedig

    Ein Höhepunkt des Jahres 2025 war die Auswahl des Welterbe-Besuchszentrums Bamberg für die renommierte Architektur-Biennale in Venedig. Von Mai bis November 2025 wurde das Zentrum in der Ausstellung "Deep Surfaces - Architektur zur Verbesserung der Besucherfahrung von UNESCO-Stätten" im Palazzo Zorzi präsentiert. 

    Das zentrale Thema der Biennale war die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit und interdisziplinärer Zusammenarbeit. In Zeiten globaler Heruasforderungen mussnicht nur Architektur und Stadtplanung, sondern auch das Welterbe auf unterschiedliche Formen von Intelligenz zurückgreifen: die Intelligenz der Natur, der Technologie und der Gemeinschaft. Diese Impulse bieten wertvolle Anregungen für die Weiterentwicklung des Welterbes in Bamberg. 

    Damit erhielt das Zentrum eine bedeutende internationale Anerkennung für die gelungene Verbindung von Wissensvermittlung, Welterbe-Management und Architektur - eine große Ehre für die Stadt Bamberg und Bestätigung der kreativen und inhaltlichen Arbeit am Welterbe-Besuchszentrum. 
    _mg_9898_klein_.jpg
    25-11-12-unesco_rome-museum-exhibition-jps_ilaria-zago03288-modifica_klein.jpg

    Abschlusskonferenz in Rom

    Auf Einladung des UNESCO-Büros in Venedig nahm das Zentrum Welterbe Bamberg im November 2025 an der Abschlusskonferenz der Biennale-Ausstellung "Deep Surfaces" in Rom teil. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde Bamberg für seine Arbeit im bereich der Welterbe-Vermittlung ausdrücklich gewürdigt. Dr. Simona von Eyb, Leiterin des Zentrums Welterbe Bamberg, diskutierte mit renommierten Expert:innen über die Zukunft von UNESCO-Besuchszentren. Im Fokus standne dabei Themen wie Innovation, Offenheit, Relevanz und Experimentierfreude.