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    Das Besucherzentrum

    Lesehilfe für die Altstadt

    Besucherzentrum

    Mit dem neuen Welterbe-Besucherzentrum entsteht im Herzen der Altstadt von Bamberg erstmals ein Ort, der den außergewöhnlichen universellen Wert Bambergs vermittelt und als „Lesehilfe“ für das Welterbe dient. Auf rund 220 qm Ausstellungsfläche werden ab Mai 2019 die Besonderheiten des Welterbes „Altstadt von Bamberg“ vermittelt und in den internationalen UNESCO-Kontext eingebettet.

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    Dauerausstellung

    Das Welterbe-Besucherzentrum gewährt überblicksartig einen ersten Eindruck von der UNESCO-Welterbestätte Bamberg. Damit ersetzt es kein klassisches Museum mit einer in die Tiefe gehenden Sammlung, sondern sensibilisiert Einheimische und Besuchende für die Eigenheiten des Ortes und schärft ihr Bewusstsein für die Belange des Welterbes.

    Die Dauerausstellung orientiert sich an den drei Siedlungszentren, die bei der Stadtgründung im Mittelalter miteinander verbunden wurden. Auf anschauliche Weise vermittelt sie prägnante historische Sachverhalte zur Bergstadt mit ihrer Domburg, zur Inselstadt mit ihren Mühlen und zur Gärtnerstadt mit ihrem urbanen Gartenbau. Gebäudemodelle stellen Bambergs Bedeutung für den frühmittelalterlichen und barocken Städtebau dar. Neben Hörstationen, Filmen und digitalen Anwendungen laden ein Samenrad und das Stadtmodell zum interaktiven Kennenlernen des Weltkulturerbes ein. Verweise auf besondere Orte, an denen sich der außergewöhnliche universelle Wert Bambergs wiederspiegelt, regen zu Erkundungstouren durch die Altstadt an.

    Öffnungszeiten, Anfahrt, Kontakt

    Öffnungszeiten
    Das Welterbe-Besucherzentrum ist (ab Mai 2019) in den Sommermonaten (April bis Oktober) von 10 bis 18 Uhr und in den Wintermonaten (November bis März) von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

    Eintritt
    Der Eintritt ist frei.
    Führungen durch die Ausstellung können unter besucherzentrum@welterbe.bamberg.de zum Preis von EUR 60,- (Schulklassen EUR 50,-) gebucht werden.

    Anfahrt
    Das Welterbe-Besucherzentrum ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln über die Haltestelle Schranne (Buslinien 901, 910, 912, 918 und 989) erreichbar.

    Für die Anreise mit dem PKW stehen folgende Parkmöglichkeiten in der Nähe zur Verfügung.

    Kontakt
    Welterbe-Besucherzentrum Bamberg
    Untere Mühlbrücke 5
    96047 Bamberg

    Tel. Infothek: +49 (0) 951 87 1815
    Tel. Sekretariat: +49 (0) 951 87 1811
    E-Mail: besucherzentrum@welterbe.bamberg.de

    Mehr zum Thema

    Chronik

    Erste Mühlen in diesem Bereich gab es bereits zu Zeiten Kaiser Heinrichs II. Die heutige Anschrift Untere Mühlbrücke 5 war ein Komplex aus drei Mühlen (zuletzt benannt: Leibels-, Kaufmanns- und Sterzermühle). Vom 13. Jhd. bis zum 19. Jhd. waren diese Teil des Brudermühlverbandes.

    • Um 1639: Errichtung der Sterzermühle
    • 1839: Großbrand vernichtet fast alle Mühlen in dem Gebiet
    • 1840: Wiederaufbau der Sterzermühle
    • 1945: Beschädigung der Sterzermühle durch Bombenangriff (22. Februar 1945)
    • 1950: Abtragung der Sterzermühle bis auf Erdgeschoss
    • 2000: Sanierungsgebiet Untere Mühlen erhält im weltweiten Wettbewerb „Union Internationale des Architectes" (UIA) zum Thema "Architektur und Wasser" eine „Lobende Erwähnung“
    • 2005/2006: Gestaltungswettbewerb für die Untere Mühlbrücke 5 (Planungen kommen nicht zur Umsetzung)
    • 2015: Stadtratsbeschluss zur Einrichtung des Welterbe-Besucherzentrum im Neubau, Untere Mühlbrücke 5 (16. Dezember 2015)
    • 2016: Beginn der Bauarbeiten
    • 2018: Richtfest / Turbinenfest (19. Juli 2018)
    • 2019: Eröffnung des Welterbe-Besucherzentrums (29. April 2019)

    Historie

    Die Nutzung der Wasserkraft auf den Unteren Mühlen ist historisch verwurzelt.
    Bereits im Zweidler-Plan, der Bamberg im Jahr 1602 zeigt, sind einige Gebäude des Mühlenkomplexes eingezeichnet. Von den ehemaligen fünf Mühlen existieren heute noch die Vogtherrnmühle und die Huthsmühle. Nachdem die Westwand der Leibelsmühle im Jahr 1882 eingestürzt war, erfolgte 1904 ihr Abriss.
    Im Krieg 1945 wurde die Kaufmannsmühle zerstört und die angrenzende Sterzermühle schwer beschädigt. Letztere so stark, dass sie fünf Jahre später bis auf das Erdgeschoss abgetragen wurde.
    Die Fassadenreste wurden in den Neubau 2019 integriert.
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    Neubauphase

    Mit dem Stadtratsbeschluss vom 16. Dezember 2015 fiel der Startschuss für die Einrichtung des Welterbe-Besucherzentrums. Im folgenden Jahr begannen die Bauarbeiten unter erschwerten Bedingungen: Für den Neubau auf den Unteren Mühlen kamen Motorboote und Taucher zum Einsatz. Bei archäologischen Grabungen auf der Baustelle wurden Mühlsteine und rund 900 Eichenpfähle aus dem 11. bis 18 Jahrhundert entdeckt. Aufsehen erregte die Baustelle am 20. Juni 2018 als ein fälschlicher „Bombenalarm“ die Bauarbeiten für einen Tag still stehen ließ. Es stellte sich schließlich heraus, dass es sich bei der vermeintlichen Bombe nur um eine Metallspitze eines Gründungspfahls handelte. Einen Monat später wurde das Richtfest gefeiert bei dem die Turbine in Betrieb genommen wurde. Nach einer Bauzeit von drei Jahren wurde das Welterbe-Besucherzentrum am 29. April 2019 eröffnet.

    Das Fünf-Minuten-Bild und das Zeitraffer-Video einer Webcam zeigen den Baufortschritt.

    Gebäude

    Durch den Einbezug der alten Fassadenreste knüpft das Welterbe-Besucherzentrum an die ehemalige Nutzung und Blütezeit des Unteren Mühlenviertels an. Über das offen gestaltete und mit Informationen zum Thema UNESCO-Welterbe ausgestattete Treppenhaus gelangt man in das Obergeschoss, in dem sich der Ausstellungsraum befindet. Während im Dachgeschoss die Verwaltung des Zentrum Welterbe Bamberg ihren Sitz hat, laden im Untergeschoss das Restaurant HENRII und seine mit regionalen Produkten kombinierte mediterrane Küche zum Verweilen ein. Ein weiteres Highlight versteckt sich unter der Terrasse des Restaurants: die 15 Tonnen schwere Turbine, die Energie für rund 300 Bamberger Haushalte generiert. Sie ist damit eine Art Mühle 2.0.
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    Pop-Up-Zentrum

    Plötzlich „aufgepoppt“ und eröffnet! Sogenannte Pop-up-Stores – Ladengeschäfte auf Zeit – kennt man vor allem aus Großstädten. Anlässlich des Welterbewochenendes 2017 nutzte das Zentrum Welterbe Bamberg das innovative Format, um einen Vorgeschmack auf das Welterbe-Besucherzentrum zu geben, das 2019 auf dem Areal der Unteren Mühlen eröffnete. Vom 29. Mai bis 2. Juni 2017 luden Diskussionen und Vorträge zu persönlichen Gespräche rund um das neue Ausstellungskonzept ein.

    Eindrücke des Pop-Up-Stores vermittelt ein Facebook-Fotoalbum.