unesco-bamberg-weiss.png

    Lernort

    Die Vermittlung des Welterbes an nachfolgende Generationen zählt zu den Hauptaufgaben einer jeden Welterbestätte. Um auch junge Menschen für diese Aufgabe zu sensibilisieren, hat das Zentrum Welterbe Bamberg Lernmaterialien für verschiedene Alters- und Schulklassen entwickelt.

    Die Unterrichtssammlung bamberg.elementar

    Die „Altstadt von Bamberg“ eignet sich in einzigartiger Weise als Lernort. Denn ihre Denkmäler, Häuser und Straßen verraten viel darüber, wie die Menschen des Mittelalters und des Barocks gelebt, gewohnt und gearbeitet haben. Wie genau sich dieses Wissen rund ums Bamberger Welterbe interaktiv an Schülerinnen und Schüler vermitteln und in den Unterricht an Realschulen und Gymnasien integrieren lässt, zeigt die neue Sammlung von Unterrichtsmaterialien „bamberg.elementar“ des Zentrums Welterbe Bamberg.

     „bamberg.elementar“ besteht aus zwölf ausgearbeiteten Unterrichtseinheiten verschiedener Schwierigkeitsgrade. Jede Unterrichtseinheit setzt sich aus einer Beschreibung mit Informationen zu Thema, Schwierigkeitsgrad, Durchführung, benötigtem Material und weiterführenden Links sowie aus Kopiervorlagen für das Arbeitsmaterial der Schülerinnen und Schüler zusammen. Inhaltlich widmet sich jede Methode einem für das Welterbe Bamberg wichtigen Thema - etwa den Aufnahmekriterien der UNESCO-Welterbeliste, der besonderen Architektur Bambergs oder dem neuen Welterbe Besucherzentrum. Abhängig vom Interesse und Wissensstand der Klasse können die Methoden beliebig kombiniert werden.

    bamberg.elementar

    bamberg.elementar umfasst zwölf ausgearbeitete Unterrichtseinheiten, bestehend aus einer Beschreibung für Lehrkräfte sowie aus Kopiervorlagen für das Arbeitsmaterial der Schülerinnen und Schüler. Alle Module sind hier gesammelt zum Download verfügbar.

    Einführung

    Jede Unterrichtseinheit von bamberg.elementar setzt einen anderen Themenschwerpunkt. Diese Einführung gibt einen Überblick über alle Methoden sowie nähere Informationen zur Handhabung der Materialien.

    Hintergrundwissen

    Das Welterbe ist ein komplexes Thema. Einen ersten Überblick verschafft diese Zusammenfassung mit wichtigen Informationen zur UNESCO und den Besonderheiten der Altstadt von Bamberg.

    Wandzeitung - Welterbe, Weltdokumentenerbe oder immaterielles Kulturerbe?

    Für die Formen des kulturellen Erbes gibt es viele unterschiedliche Begriffe. Welche davon sind richtig und was bedeuten sie? Diese Methode beschäftigt sich mit den verschiedenen Konventionen und Programmen der UNESCO.

    Activity-Spiel - Welterbe-Begrifflichkeiten

    Was ist die UNESCO und welche Ziele verfolgt sie? Wie unterscheidet man Weltkultur- und Weltnaturerbe? Was zeichnet Bamberg als Welterbestätte aus? Antworten auf solche und ähnliche Fragen zu finden, ist Ziel dieser Methode.

    Weltenentdecker - Welterbekriterien

    Welterbestätten sind nicht nur schön. Um in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen zu werden müssen Orte, Bauwerke und Landschaften mindestens zwei der zehn Welterbekriterien der UNESCO erfüllen. Welche dies sind und was es konkret mit ihnen auf sich hat, lernen Schülerinnen und Schüler anhand dieser Methode.

    Expertenspiel - Der Weg Bambergs zum UNESCO-Welterbe

    1993 ernannte die UNESCO die Altstadt von Bamberg zum Welterbe. Bis dahin war es ein weiter Weg. Im Rahmen dieser Methode erfahren Schülerinnen und Schüler, welche Schritte eine Stätte auf dem Weg zum Welterbetitel durchläuft und welche Akteure an der Entscheidung beteiligt sind.

    Suchbild - Bambergs mittelalterlicher Grundriss

    An dem rund 142 Hektar großen Welterbe-Areal der Altstadt von Bamberg lässt sich die typische Struktur einer mittelalterlichen Stadt ablesen. Wie sehr gleichen sich der heutige und der mittelalterliche Stadtplan wirklich? Das herauszufinden, ist die Intention dieser Methode.

    Kartenspiel - Mittelalterliches und barockes Bamberg

    Wegen ihrer Modellhaftigkeit erhielt die Altstadt von Bamberg den UNESCO-Welterbetitel. Die historische Stadtstruktur Bambergs ist noch heute erkennbar. Das Stadtbild vereint zahlreiche mittelalterliche und barocke Bauten. Welche Besonderheiten Bamberg für seine Bürgerinnen und Bürger bereit hält, ist Thema dieser Methode.

    Denkmäler schützen - Kloster St. Michael

    Die ehemalige Benediktinerabtei St. Michael ist Teil des Bamberger Welterbegebiets. 1015 wurde sie auf Anregung Kaiser Heinrichs II. gegründet. 2012 musste das Gotteshaus wegen akuter Einsturzgefahr geschlossen werden. Bei dieser Methode spüren die Schülerinnen und Schülern den umfassenden Restaurierungsarbeiten nach.

    Podiumsdiskussion – Welterbe Tourismus in Bamberg

    Seit Bamberg im Jahr 1993 den Welterbestatus erlangte, stiegen die Touristenzahlen stetig. Diese Methode lässt die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von BesucherInnen, EinwohnerInnen, Welterbe- und TourismusmanagerInnen schlüpfen, um herauszufinden, ob zunehmender Tourismus die Welterbestätte gefährdet.

    Meinungsspiel - Bau des Bamberger Welterbe-Besucherzentrums

    Im Herzen der Bamberger Altstadt entsteht derzeit das Welterbe-Besucherzentrum, dessen Ausstellung Einheimischen wie Gästen die Besonderheiten des Welterbes vermitteln soll. Durch diese Methode spüren Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Meinungen über das Bauvorhaben auf dem historischen Areal der Unteren Mühlen nach.

    Gartendetektive - der innerstädtische Erwerbsgartenbau in Bamberg

    Unter dem Sammelbegriff „Innerstädtischer Erwerbsgartenbau“ wurden die Gärtnerstadt und die kulturellen Traditionen der Bamberger Gärtner 2016 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Diese Methode stellt unterschiedliche Gärtner-Typen vor und zeigt, in wie weit sich die Tradition über die Jahrhunderte hinweg verändert hat.

    Buchmalerei - die Bamberger Apokalypse

    Die Staatsbibliothek Bamberg beherbergt gleich zwei Schätze des UNESCO-Weltdokumentenerbes – Was es mit den wertvollen Handschriften auf sich hat, lernen Schülerinnen und Schüler mit dieser Methode.

    Welterbequiz - die Altstadt von Bamberg

    Die Altstadt von Bamberg umfasst die drei historischen und noch heute erkennbaren Stadtbezirke Berg-, Insel- und Gärtnerstadt. Was macht sie noch besonders? Diese Methode sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst viele Informationen über das Bamberger Welterbe sammeln.

    Lernmaterial

    Die Vermittlung des Welterbes an nachfolgende Generationen zählt zu den Hauptaufgaben einer jeden Welterbestätte. Um auch junge Menschen für diese Aufgabe zu sensibilisieren, hat das Zentrum Welterbe Bamberg Lernmaterialien für verschiedene Alters- und Schulklassen entwickelt.

    Unterrichtssammlung welterbe.elementar

    Von der Altstadt von Bamberg über das Opernhaus Bayreuth bis hin zum Obergermanisch Raetischen Limes – sieben Orte zählen im Freistaat Bayern zum UNESCO-Welterbe. Die Materialsammlung „welterbe.elementar“stellt dreizehn methodische Zugänge vor, um dieses kulturelle Erbe als Lernressource zu nutzen. Jedes Modul setzt dabei einen bestimmten thematischen Schwerpunkt und erläutert das Thema anhand einer ausgewählten bayerischen Welterbestätte, eines Weltdokumentenerbes oder eines Immateriellen Kulturerbes.

    Welterbequiz

    Dass Bamberg zum UNESCO-Welterbe zählt, ist weithin bekannt. Aber was genau hat es mit diesem Titel auf sich? Mit dem Welterbe-Quiz können Einheimische und Besucher ihr Wissen rund um die Altstadt von Bamberg testen. Der Quiz-Fächer auf Deutsch und Englisch ist kostenlos im Tourismus & Kongress Service sowie im Zentrum Welterbe Bamberg erhältlich.

    Kinderführer durch die Gärtnerstadt

    Der Kinderführer durch die Gärtnerstadt vermittelt Kindern zwischen 8 und 14 Jahren auf spielerische Weise Geschichte und Hintergründe zur Gärtnerstadt und den Bamberger Gärtner- und Häckern. Die Broschüre der Autorin Claudia John entstand in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Welterbe Bamberg und dem Gärtner- und Häckermuseum. Auf einem spannenden Rundgang machen sich die Kinder auf die Spuren der „Zwiebeltreter“ und lernen – angeleitet von der Comicfigur „Zwiebert“ – die Besonderheiten und die Bedeutung der Gärtner kennen. Rätsel, Ausmalbilder und Forschungsaufgaben verschaffen einen abwechslungsreichen Überblick, bei dem auch die Eltern noch einiges lernen können. Erhältlich ist der Führer im Gärtner- und Häckermuseum.

    Der UNESCO-Welterbetag

    Der Welterbetag findet seit 2005 jährlich am ersten Sonntag im Juni statt. In jedem Jahr richtet eine andere deutsche Welterbestätte die zentrale Veranstaltung aus. Ziel des UNESCO-Welterbetages ist es, die deutschen Welterbestätten nicht nur als Orte besonders sorgfältiger Denkmalpflege ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, sondern auch ihre Rolle als Vermittler der UNESCO-Idee zu stärken. Begegnung und kultureller Dialog stehen deshalb im Mittelpunkt des Welterbetages. Der Welterbetag soll vor allem ein Forum der Kommunikation und Begegnung mit den Menschen vor Ort sein, für die "ihre Welterbestätte" ein wichtiger kultureller und historischer Bezugspunkt darstellt. Der Grundgedanke ist dabei, das Welterbe vor allem für Kinder und Jugendliche erlebbar zu machen und die eigene Kultur als Teil eines vielfältigen Erbes der Menschheit zu verstehen.

    Welterbetag 2018

    Im 25. Welterbe-Jubiläumsjahr der Altstadt von Bamberg wurde gleich doppelt gefeiert: Während am Samstag, 2. Juni 2018, ein Welterbefest zusammen mit den Lions Clubs auf dem Maxplatz stattfand, luden Themenführungen und ein anschließender Bamberger Abend im Ziegelbau am Sonntag, 3. Juni 2018, dazu ein, die Stadt neu zu entdecken.

    Welterbetag 2017

    Statt eines Welterbetages gab es 2017 in Bamberg eine Welterbewoche unter dem Motto „Welterbe kommt an“. Vom 29. Mai bis 2. Juni 2017 lud das Zentrum Welterbe Bamberg in ein Welterbe Pop-up-Store auf der Oberen Brücke zu Diskussionen und Gesprächen rund um das neue Welterbe-Besucherzentrum auf den Unteren Mühlen ein.

    Welterbetag 2016

    Im Rahmen der Erarbeitung des neuen Welterbe-Managementplans für das Welterbe „Altstadt von Bamberg“ hat das Zentrum Welterbe Bamberg die Erstellung einer Sichtraumstudie in Auftrag gegeben, die am Freitag, den 3. Juni 2016 anlässlich des 12. UNESCO-Welterbetages öffentlich vorgestellt wurde.

    Welterbetag 2015

    Unter dem bundesweiten Motto „UNESCO-Welterbe verbindet“ veranstaltete das Zentrum Welterbe Bamberg am Sonntag, 7. Juni 2015, den 11. UNESCO-Welterbetag. In diesem Jahr stand wegen des Jubiläums „1000 Jahre Klosteranlage St. Michael“ vor allem der Michaelsberg im Fokus.

    Welterbetag 2014

    Dem bundesweiten Motto „UNESCO-Welterbe ohne Grenzen“ folgend lud das Zentrum Welterbe am Sonntag, 1. Juni 2014 zum 10. UNESCO-Welterbetag ein. Führungen und Vorträge zu historischen Grenzen im Welterbe lockten zahlreiche Besucher in die Altstadt.

    Welterbetag 2013

    Anlässlich des 20. Welterbejubiläums der Altstadt von Bamberg war die Stadt 2013 zentraler Veranstaltungsort des 9. UNESCO-Welterbetages. Getreu dem Motto „Erhalten und Gestalten“ beteiligten sich viele lokale Akteure an Führungen und Vorträgen rund ums Welterbe.

    Welterbetag 2012

    Unter dem Motto „Auf Spurensuche im Welterbe“ veranstaltete das Zentrum Welterbe Bamberg am 3. Juni den 8. UNESCO Welterbetag. Die Spuren führten in diesem Jahr zu den verborgenen, verschwundenen oder wieder entdeckten Grünanlagen Bambergs.

    FSJ Kultur

    Das Zentrum Welterbe Bamberg bietet alljährlich eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur an. Die FSJ-Kraft erhält Einblick in das umfassende Themengebiet des UNESCO-Welterbes und die vielseitige Arbeit des Zentrums Welterbe Bamberg. Er oder sie unterstützt das Team unter anderem beim Verfassen von Texten für die Presse, die Webseite und die Sozialen Medien sowie bei der Organisation von Veranstaltungen und übernimmt allgemeine Aufgaben im Büro. Außerdem besucht der- oder diejenige im Rahmen des Freiwilligendienstes Seminare und plant ein eigenes Projekt.

    Denkmäler

    Mit über 1.300 geschützten Denkmälern zählt die „Altstadt von Bamberg“ zu den größten Flächendenkmälern Deutschlands. Bis heute sind viele der mittelalterlichen und barocken Einzeldenkmäler außergewöhnlich gut erhalten.

    denkmal-mobil_2019_rgb.jpg

    Denkmal mobil

    Die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V. setzt sich dafür ein, das Stadtbild Bambergs in seiner Gesamtheit zu pflegen und zu schützen. Für Reisende und die interessierte Bamberger Bürgerschaft stellt der Verein auf seiner Internetseite einen interaktiven Stadtplan mit allen denkmalgeschützten Objekten vor. Diese sind mit Bildern und Informationstexten hinterlegt.

    Weitere Informationen über den interaktiven Stadtplan Bambergs gibt es im Internet unter: www.denkmal-bamberg.de.

    logo_bayerischer-denkmalatlas_nachweisblfd-small.jpg

    Bayerischer Denkmalatlas

    Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege stellt auf seine Homepage eine Anwendung zur Verfügung, die tagesaktuell den Denkmalbestand ganz Bayerns erfasst. Mit dem Denkmalatlas kann man sich jederzeit eigenständig über Denkmaleigenschaften eines bestimmten Gebäudes informieren.

    Weitere Informationen über den Denkmalatlas gibt es im Internet unter: www.blfd.bayern.de/denkmalerfassung/denkmalliste/bayernviewer/index.php.

    silberband_001.jpg

    Großinventar: Die Kunstdenkmäler von Bayern

    Mit dem Großinventar „Die Kunstdenkmäler von Bayern – Stadt Bamberg“ stellt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege eine umfassende Inventarisierungen der wichtigsten Kunst und Kulturdenkmäler Bambergs zur Verfügung. Die auf acht Bände und 17 Teilbände angelegte Analyse und Dokumentation der Welterbestadt Bamberg umfasst einen Kellerkataster, eine GIS-Ebene und digitale Publikationsmedien. Erschienen sind die Bände im Deutschen Kunstverlag.

    Weitere Informationen über das Großinventar gibt es im Internet unter: www.blfd.bayern.de/denkmalerfassung/siedlungsdokumentation/arbeitsbereiche/00073/.

    Warum ist Bamberg Welterbe?

    Die Stadt Bamberg blickt auf ein reiches kulturelles Erbe, das sich in mehreren internationalen Titeln widerspiegelt. Seit 1993 zählt die Altstadt von Bamberg wegen ihrer Modellhaftigkeit zum UNESCO-Welterbe. Sie repräsentiert in einzigartiger Weise die auf frühmittelalterlicher Grundstruktur entwickelte mitteleuropäische Stadt. In dem historischen Stadtbild mit seinen zahlreichen Monumentalbauten aus dem 11. bis 18. Jahrhundert – eine Synthese aus mittelalterlichen Kirchen und barocken Bürgerhäusern sowie Palästen - bleiben architekturgeschichtliche Momente lebendig. Die Baukunst in Bamberg wirkte über Mitteldeutschland bis nach Ungarn und zeigt enge Verbindungen zu Böhmen in der Barockzeit.

    Die Gärtnerstadt, neben Insel- und Bergstadt ein wichtiger Teil der UNESCO-Welterbstadt Bamberg, zeichnet sich außerdem durch ihre noch immer lebendige Gärtnertradition aus. 2014 wurde der innerstädtische Erwerbsgartenbau in Bamberg als Sammelbegriff für die Gärtnerstadt, die Menschen, die dort leben und arbeiten, die kulturellen Traditionen der Gärtner, deren Bau- und Wohnformen sowie das gärtnerische Brauchtum samt seiner religiösen Dimension, Kleidung und Sprache in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zwei Jahre später erfolgte die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.

    Die Staatsbibliothek Bamberg beherbergt mit dem Lorscher Arzneibuch und den Reichenauer Handschriften zudem mehrere Werke, die zum UNESCO-Weltdokumentenerbe gehören.

    UNESCO-Welterbe „Altstadt von Bamberg“

    UNESCO ist die Abkürzung für „United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization” (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur). 1972 verabschiedete die UNESCO das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“. Inzwischen ist die Welterbekonvention das bedeutendste Schutzinstrument für das Kultur- und Naturerbe der Welt. Seit 1978 führt die UNESCO die sogenannte Welterbeliste. Diese Liste umfasst Kultur- und Naturgüter von außergewöhnlichem universellem Wert. Sie sind also nicht nur von lokaler oder nationaler Bedeutung. Ihr Schutz erfolgt im Interesse der gesamten Menschheit.
    Die „Altstadt von Bamberg“ wurde 1993 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die hervorragend erhaltene Altstadt umfasst die drei historischen Siedlungszentren Berg-, Insel- und Gärtnerstadt. Alle drei gehören zum 142 Hektar großen UNESCO-Welterbe. Die prächtige Ausstattung verdankt Bamberg seinem Gründer und Förderer Kaiser Heinrich II. (973-1024), der Bamberg zum Mittelpunkt seines Machtbereichs erhob. Als religiöses und politisches Zentrum des von ihm im Jahr 1007 gegründeten Bistums sollte Bamberg ein neues Rom werden. Durch die Errichtung der Stadt auf sieben Hügeln (wie das antike Rom) ist der Begriff „Fränkisches Rom“ für Bamberg noch heute geläufig. Eine zweite Blüte erlebte die Stadt an der Regnitz zur Barockzeit als Bamberger Fürstbischöfe einige der bekanntesten Vertreter des deutschen Barocks beauftragten, die Stadt dem Zeitgeist entsprechend umzugestalten.

    Bambergs Weg zum Welterbe

    Als am 11. Dezember 1993 das Welterbe-Komitee der UNESCO den Beschluss fasste, die Altstadt von Bamberg in die Liste des Welterbes der Menschheit aufzunehmen, endete eine mehrjährige Bewerbungsphase. Bereits im Oktober 1991 war der Bamberger Antrag von der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO eingereicht worden. Zunächst wurde die Bewerbung für eine erste Bewertung an die Internationale Vereinigung für Objekte, Denkmäler und Stätten (ICOMOS) weitergereicht.
    ICOMOS erkannte die Bedeutung Bambergs als hervorragendes Beispiel einer frühmittelalterlichen Stadt in Zentraleuropa an. Da aber wesentliche Teile des nominierten Gebietes ausschließlich Nachkriegsbauten enthielten, die für eine Auszeichnung als Welterbestätte nicht in Frage kamen, wurde der Antrag nicht weiterempfohlen. Daraufhin beschloss das Welterbekomitee im Juli 1992, die Bewerbung Bambergs zunächst ruhen zu lassen, um den zuständigen Stellen in Deutschland die Möglichkeit zu geben, eine neue Abgrenzung des Gebiets vorzunehmen. Diese Chance nahm die Bundesrepublik wahr und reichte im Mai 1993 eine überarbeitete Bewerbung für Bamberg ein. Das Gebiet, das für die Aufnahme in die Welterbeliste vorgeschlagen war, umfasste nun nur die drei Siedlungszentren, die bei der Stadtgründung im Mittelalter miteinander verbunden worden waren: Bergstadt, Inselstadt und Gärtnerstadt. ICOMOS stellte nun keine Mängel mehr fest und empfahl dem Welterbekomitee die Aufnahme Bambergs in die Liste des Erbes der Menschheit.
    Auf seiner 17. Tagung in Cartagena (Kolumbien) befasste sich das Welterbekomitee erneut mit der Bamberger Bewerbung und beschloss am 11. Dezember 1993, der Empfehlung von ICOMOS folgend, die Aufnahme der Stadt in die Liste des Welterbes der Menschheit.

    Welterbe-Kriterien

    Voraussetzung für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste ist, dass die kandidierende Stätte mindestens eines von insgesamt zehn Kriterien erfüllt. Außerdem sind die Einzigartigkeit, die Authentizität (historische Echtheit) und die Integrität (Unversehrtheit) des Ortes entscheidend. Zusätzlich fordert die UNESCO nationale und/ oder lokale Schutzmechanismen, die den Erhalt des Welterbes sicherstellen sollen.

    Diesen Voraussetzungen folgend wurde die Altstadt von Bamberg 1993 gemäß folgender Kriterien in die UNESCO- Welterbeliste eingeschrieben:

    Kriterium (ii): Ab dem 11. Jahrhundert übten der Grundriss und die Architektur des mittelalterlichen und barocken Bambergs einen starken Einfluss auf Städtebau und -entwicklung in Mitteleuropa aus.

    Kriterium (iv): Bamberg ist ein einzigartiges und hervorragend erhaltenes Beispiel für eine auf frühmittelalterlicher Grundstruktur entwickelte mitteleuropäische Stadt mit seinen kirchlichen und herrschaftlichen Bauten.

    Einen digitalen Blick in das Welterbe „Altstadt von Bamberg“ erhalten Sie unter http://storyboard.infranken.de/welterbe-bamberg#87022.